Tag 1-3, Kiew, mit dem Zug auf die Krim

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Tag 1, 7.4.2014, Karlsruhe-Kiew, Montag

Ich stand um fünf Uhr morgens auf und trampte nach Frankfurt, um mein Pass mit dem hoffentlich darin enthaltenen russischen Visum abzuholen. Zum Glück bekam ich beides ohne Probleme, was mich sehr erleichterte.

Nach einem kleinen Spaziergang am Main entlang, fuhr ich mit der Bahn zum Frankfurter Flughafen und versuchte dort ein bisschen Schlaf nachzuholen

Leider gab es nicht wie am Münchener Flughafen Kaffeemaschinen mit einer großen Auswahl, die man kostenlos ihres Inhaltes wegen anzapfen konnte. Aber wenigstens konnte ich auf dem Lufthansaflug, der übrigens der letzte an diesem Tag von Frankfurt war, zwei Mal die Mahlzeit essen.

Tag 2, 8.4.2014, Kiew, Kiew-Kertsch

Das Flugzeug landete mit Verspätung am Flughafen Borispol und um 2.50 nahm ich den Bus in die Stadt zum Hauptbahnhof. Dort schloss ich mein Gepäck ein und lief sodann zum Unabhängigkeitsplatz Maidan Nesaleschnosti.

Natürlich war es zu dieser Morgenstunde noch dunkel und nachdem ich auf eine Straße einbog, an deren Ende sich der Maidan befand, konnte ich schon schemenhaft die Barrikaden ausmachen. Es war schon mulmig, diese in Realität zu sehen. Ich konnte es kaum fassen: all die Reifen, Pflastersteine, Holzpaletten und Metallstangen schufen einen mächtigen Eindruck. Hinzu kamen die Zelte und Eisenfässer, in denen Feuer brannten. Echt krass.
Ich traute mich nicht Fotos zu schießen, obwohl die Leute, denen ich begegnete, gleichgültig schienen.

Bei Tagesanbruch und später auch, sah alles schon – wenn man das so sagen kann – weniger dramatisch aus. Autos fuhren durch Lücken in den Absperrungen und Leute  liefen über den Maidan zu ihren Arbeitsplätzen.

In den Zelten sah ich überwiegend Männer, 40+ Jahre, und nach meinem Eindruck auch ungewöhnlich viele Krankenwagen, die ein- und ausfuhren. Es gab viele Poster, die Russland mit dem Naziregime in Beziehung und Putin mit Hitler (Putler) gleich setzten. Andere riefen jedoch zum Frieden und ein Ende der russischen Propaganda auf.

Um 13.22 stieg ich dann in den Nachtzug von Kiew nach Sewastopol bzw. Kertsch, wo ich als erstes Halt machen würde.

Tag 3, 9.4.2014, Kertsch, Schtscholkine

Um 1.20 kamen ukrainische Soldaten in den Zug und kontrollierten die Pässe der Passagiere. Um ungefähr 3 Uhr stiegen dann höchstwahrscheinlich deren russische Pendants ein. Sie trugen keine Flagge an ihrer Uniform, sondern nur eine Plastikkarte an der Brust, die ich jedoch nicht entziffert konnte. Der Typ, der mein Pass kontrollierte, schien erstaunt, dass ein Westeuropäer im Zug sitzt und war ein bisschen überfordert.  Ich hatte eine Einladung von L. aus Sewastopol, saß aber im Zug nach Kertsch, was auf der anderen Seite der Krim liegt. Also sagte ich ihm “I: Kerch-Sevastopol-Kyiv-Germania”. Trotzdem konsultierte er noch seinen Kollegen, bis er mir den Pass ohne Stempel wiedergab.

In Kertsch ging ich dann an den Stadtrand, wo ich anfing nach Schtscholkine am Kap Kazantip zu einer Ruine eines Atomkraftwerkes zu trampen. Vier Stück waren dort geplant, doch die Katastrophe von Tschernobil sorgte für einen ewigen Baustopp.

Ich kam dort um 15 Uhr an und durch die Moskauer Zeit (UTC +4, Deutschland +2) stand die Sonne noch hoch am Himmel. Ich stellte mein Zelt auf und las ein wenig.

Das Atomkraftwerk und die nähere Umgebung wurde von sehr armen Leute und deren Hunden bewacht. Gegen eine geringe Gebühr ließen sie die Hunde nicht auf mich los ;) und ich konnte ein wenig umherstromern.
Es lebten eine ganze Hand von Personen dort. Zwei schienen in einem metallenen Wohnwagen zu wohnen, andere mit Pferden und Ziegen in einem verfallenen Verwaltungsgebäude.

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Fotos von Tag 1 und 2 (Kiew) # Fotos von Tag 3 (Atomkraftwerk)


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